Samstag, 25 Mai 2019
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Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Venhaus

Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Venhaus

St Florian VenhausAls Gründungstag der Freiwilligen Feuerwehr Venhaus ist der 21. 07. 1946 im Gründungsprotokoll datiert. Aber auch davor gab es schon den Brandschutz in der damaligen selbstständigen Gemeinde Venhaus. Venhaus war der Speller Feuerwehr angeschlossen und mit freiwilligen Helfern vertreten. Heinrich Husemann stand der Venhauser Gruppe vor.

Nach dem 2. Weltkrieg hatte die Besatzungsmacht Schützenvereine verboten und die abendliche Sperrstunde eingeführt. Tanzfeste und Vereinsleben waren im Ort kaum möglich. Eine Ausnahmeregelung hatte die Freiwillige Feuerwehr. Der Wunsch nach einer Venhauser Wehr wurde immer stärker. Mindestens 30 Mitglieder musste eine eigenständige Feuerwehr aufweisen können. Auf Initiative von Heinrich Husemann und des damaligen Bürgermeisters Roling kamen 41 Männer zur Gaststätte Karl Rauen (Spieker – Wübbel), um die „Freiwillige Feuerwehr Venhaus“ zu gründen. Erster Wehrführer war Anton Seggering.
Zur Ausrüstung der neu gegründeten Wehr gehörte eine „Spritze“ Type DKW und ein Anhänger. Diese erste Tragkraftspitze (TS) wurde vom Gut Gescher gestellt, und sie war auch dort stationiert. Die erste Ausbildung der Kameraden an der TS erteilten Heinrich Ebler und Heinrich Wehkamp.

Feuerwehrgerätehaus an der Schulstraße

1952 wurde hier (damaliges Jugendheim) eine Unterstellmöglichkeit in Form eines Schleppdachanbaus für eine Tragkraftspritzenanhänger TSA geschaffen. geschichte_5

Vom Feuerwehrhaus sprach man erst 1959, als eine Einstellbox für den TSA im Gebäude erstellt wurde. Die Box reichte dann auch noch aus, als das erste Feuerwehrfahrzeug untergebracht werden musste.
Der Anbau einer Fertiggarage für Gerätschaften und persönliche Ausrüstung konnte die beengte Raumsituation 1973 etwas verbessern. Eine Vertiefung und Verlängerung der Einstellbox war 1984 notwendig, damit das heutige Löschgruppenfahrzeug LF8 Platz fand. Die Einrichtung eines Gruppenraumes und der Bau von sanitären Anlagen stand 1985 an.
Da diese Einstellbox nicht mehr den Vorschriften der Feuerwehrunfallkasse gerecht wurde, ist im Jahre 1996 eine neue Einstellbox mit viel Eigenleistung an Stelle der Fertiggarage errichtet worden. Dort ist nun ausreichend Platz für das Fahrzeug sowie den persönlichen Ausrüstungen.

Das erste Fahrzeug: Tragkraftspritzenfahrzeug TSF

geschichte_61968 stellte die Gemeinde Venhaus unter Bürgermeister Johann Sandtel das erste Feuerwehrfahrzeug in den Dienst der Freiwilligen Feuerwehr Venhaus.
Vorher hatte ein Anhänger, bestückt mit Pumpe und Schlauchmaterial, diese Aufgabe übernommen. Er musste von einem Traktor (dieser kam meistens von Clemens Rauen) zu den Übungen und Einsätzen gezogen werden. Dies war eine zeitraubende Angelegenheit, wennes auf die Minute ankam.
Das neue TSF, Type Ford Transit, brachte da eine erhebliche Verbesserung in der Brandbekämpfung. 1975 wurde das Fahrzeug mit schwerem Atemschutz ausgerüstet und erhielt 1976 ein neue Spritze TS 8/8 (Rosenbauer). Abgelößt wurde das Tragkraftspritzenfahrzeug 1979 durch ein Löschgruppenfahrzeug LF8.

1. Löschgruppenfahrzeug LF8

geschichte_71979 übernahm Venhaus das Löschgruppenfahrzeug von der Speller Wehr. Das Fahrzeug, Type Mercedes Benz, hatte Platz für eine Löschgruppe von 9 Kameraden bestehend aus dem Gruppenführer, dem Maschinisten, dem Melder, 2 Angriffstrupp-, 2 Wassertrupp- und 2 Schlauchtruppmitgliedern. Es war mit einer fest eingebauten Frontpumpe und einem Sprechfunkgerät ausgerüstet und hatte Ram für zusätzliches Gerät. Dieses Fahrzeug gehört zu der Standardausrüstung einer ,,Richtigen Feuerwehr“ und gliederte die Feuerwehr Venhaus somit in diese Gruppe ein.
Bis 1984 stand das LF8 im Dienste der Allgemeinheit, bis es dann wegen technischer Mängel am Motor ausgemustert wurde.

1984 – 2013: Löschgruppenfahrzeug LF 8

geschichte_81984 wurde im Rahmen einer feierlichen Einweihung das neue LF8 durch die Gemeinde Spelle an die Freiwillige Feuerwehr Venhaus übergeben. Neben der Grundausstattung, die aus dem altem Fahrzeug übernommen wurde, erhielt das LF8 ein Vorratstank mit Leichtschaum (Lightwatergerät).
Das Gerät bestand u.a. aus dem Lightwatergerät zum Soforteinsatz bei Kleinbränden, Neben anderen Hilfeleistungsgeräten, wie z.B. Notstromaggregat, wurde 1993 das Fahrzeug mit einem hydraulischen Hilfeleistungsgerät (Schere und Spreize) ausgestatte, um bei Verkehrsunfällen schnelle Hilfe leisten zu können. Im Jahre 2000 konnte die in die Jahre gekommene Tragkraftspritze TS 8 (Baujahr 1976) durch eine neue TS ersetzt werden.
Bis in das Jahr 2013 stand das LF8 im Dienste der Allgemeinheit, bis es dann in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet wurde.

Seit 2013: Löschgruppenfahrzeug LF 10/6

img_2282Das zwölf Tonnen schwere Fahrzeug ist mit einem Automatikgetriebe ausgestattet. Es verfügt über einen Wassertank von 1000 Litern mit einer Schnellangriffseinrichtung. Neben der sonstigen feuerwehrtechnischen Beladung mit Notstromaggregat und Rettungssatz mit Schere und Spreizer kann ein Lichtmast automatisch ausgefahren werden.
Heute steht ein gemäß den Anforderungen unserer Zeit ausgerüstetes Fahrzeug im Dienst der Feuerwehrmänner zur Verfügung.

Feuerwehrgeräteanhänger mit Motor-Schlauchboot

geschichte_9Um auch den Gefahren auf den nahe gelegenen Gewässern in Venhaus (Dortmund-Ems-Kanal mit dem Hafen und der Schleuse Venhaus und die Speller Aa) gerüstet zu sein, konnte im Jahre 2000 ein Schlauchboot im Dienste der Freiwilligen Feuerwehr gestellt werden. Transportiert wird dieses Schlauchboot auf einem schon damals vorhandenen PKW-Anhänger. Angetrieben wird das Boot mit einem 5 PS starken Außenbordmotor, der im Jahre 2002 angeschafft werden konnte. Zudem befindet sich auf den Anhänger die entsprechende Ausrüstung zur Ölbeseitigung.
Somit ist die Feuerwehr Venhaus auch bei Gefahren auf Gewässern den Anforderungen ausgerüstet.